Solarimpulse fliegt

April 7, 2010

Heute, am 7. April 2010  fand der Jungernflug des Solar Impulse von Bertrand Piccard in Payerne statt.

Von Anfang an hat die Idee, die Erde ausschliesslich mit Sonnenenergie zu umfliegen Fachleute und das Publikum gleichermassen fasziniert. Vereinzelnt gibt es auch Kritik.

Und Sie, was halten Sie von dieser Idee?

Danstanmart


SR 330 in Würenlingen: Good bye everybody

February 23, 2010

Am 21. Februar 2010 jährte sich zum 40. mal der feige Anschlage auf die Swissair-Coronado HB-ICD. Eine in einem Paket versteckte Bombe gelangte als Postsendung an Bord und explodierte kurz nach dem Start in Zürich-Kloten von Flug Swissair 330 mit Ziel Tel Aviv. Flugkapitän Karl Berlinger und Kopilot Armand Etienne bemerkten den Anschlag umgehend und kehrten Richtung Startort zurück.

Noch in der Luft wurde ihnen klar, dass die Maschine Opfer eines Sprengkörpers geworden war. Deshalb verlangten sie eine polizeiliche Untersuchung des Vorfalls.

Flug SR 330 kehrte jedoch nie nach Kloten zurück. Bald meldete die Besatzung Rauchentwicklung in der Kabine. Der Qualm wurde so giftig und so dick, dass er die Sicht auf die Instrumente verunmöglichte. Dadurch wurde die Maschine unsteuerbar. Einige der letzten Worte aus dem Cockpit lauteten: “Good bye everybody”. Nach wahrscheinlich unvorstellbarem Leid starben die 47 Insassen beim Absturz in den Wald bei Würenlingen im Kanton Aargau.

Kurz nach dem Anschlag übernahm die palästinensische Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) die Verantwortung für den Anschlag. Später dementierte sie.

Die Untersuchung bestätigte den Sabotageakt. Obwohl die Täter identifiziert wurden, wurden sie nie zur Rechenschaft gezogen. Landesregierung und Bundesanwaltschaft stellten das Verfahren ein. Dabei ist diese Art Mord gemäss schweizerischem Strafrecht unverjährbar.

Die Angehörigen der völlig unschuldigen Opfer trafen sich regelmässig zu Erinnerungsfeiern an der Absturzstelle bei Würenlingen.
Am 40. Jahrestag wurde der ursprünglich als Maturaarbeit konzipierte, später dank der Ermutigung durch “Schweizer Jugend forscht” weiterentwickelte und als “hervorragend” ausgezeichnete Film “Von “Palästina nach Würenlingen” von Dominik Osswald gezeigt.

Obwohl er in den Hintergrund gerückt ist, prägt der Anschlag bis heute breitere Teile der Bevölkerung in der Schweiz und Israel. Auch wird nach wie vor spekuliert, ob sich die Katastrophe hätte vermeiden lassen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit war der Anschlag nicht gegen Swissair sondern die israelische EL AL gerichtet. Das Paket mit der Bombe war in München an eine fiktive Adresse in Jerusalem aufgegeben worden. Umständehalber wurde es über Zürich umgeleitet. Aus einem nicht feststellbaren Grund sprach die mit einem Höhenmesser gekoppelte Zündung zwischen der bayrischen Hauptstadt und Zürich nicht an.

Der 47-fache Meuchelmord widerlegt eindeutig die immer wieder von Psychologen, Coachs und Lehrern geäusserte Ansicht über die heilende Wirkung des Nachrückens in die Vergangenheit. Die Zeit heilt keine Wunden, sie hilft höchstens, sich an die Narben zu gewöhnen.

Daniel Stanislaus Martel


Bravo Skynews!

November 26, 2009

Bekanntlich haben nach wissenschaftlichen Grundsätzen durchgeführte Messungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ergeben, dass die Beschallung durch die von Norden her in Zürich-Kloten landenden Flugzeuge überall unterhalb der deutschen Lärmnormen liegt. Mit anderen Worten: Der in jeder Hinsicht logische Nordanflug, nicht zuletzt infolge der geringen Besiedelung, verletzt kein einziges deutsches Gesetz. Die 2001 einseitig verkündete Deutsche Verordnung (DVO) zur Begrenzung der Bewegungen ist also reine Willkür.

Die Auswirkungen sind bekannt: DerFlughafen Kloten hat über 100 Millionen Schweizerfranken investiert. Zudem wurden breite Teile der Bevölkerung gegen den Flughafen aufgebracht. Dass die Flugzeuge nutzlos Treibstoff vergeuden und zudem die Flugpläne möglicherweise nicht einhalten können, sei nur am Rande erwähnt. Hinzu kommt noch das Schadensrisiko bei einem immer möglichen Flugunfall.

Im grossen Kanton im Norden ändern die neuen Erkenntnisse nichts, wie sich dem provinziell wirkenden Netzauftritt des Presseservice des Landkreises Waldshut entnehmen lässt. Ironischerweise weist die Leitseite auf die Rolle des Gebietes als “Brücke zur Schweiz” hin. Nach weiterem Herumstöbern offenbart sich ein Schreiben der Landräte der Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Konstanz, Lörrach, Schwarzwald-Baar, Tuttlingen und notabene Waldshut ins ferne Berlin. Bundesminister Dr. Peter Ramsauer, wird dort aufgefordert, ungeachtet der neuen Erkenntnisse hart zu bleiben und gar nur noch 80’000 Bewegungen jährlich zuzulassen.

Naturgemäss widerspricht dem die Zürcher Volkswirtschaftsdirektion. Sie forderte die deutsche Regierung offen auf, die DVO zu annullieren. Ungeachtet des eindeutigen Sachverhalts übergehen in der Schweiz mit Ausnahme einiger einigen Netzforen den Skandal mit Stillschweigen. Dabei hatte bei Bekanntwerden die Landesregierung verkündet, nun bestehe eine Basis für Neuverhandlungen.

Erfrischend wohltuend hebt sich der Kommentar des bekannten Schweizer Aviatikexperten Hansjörg Bürgi ab. Der Gründer und Chefredaktor der mittlerweile meinungsbildenden Fachpublikation Skynews.ch ab. Er fordert die neue deutsche Regierung auf, der Schweiz entgegenzukommen. Unser Land wiederum müsse dieses Mal endlich innere Stärke beweisen und die Rückkehr zum jahrzehntelang bewährten Zustand fordern. Zudem sei Schadenersatz zu prüfen. Maliziös fügt er bei, dass entsprechende Entschädigungen an Swiss International Air Lines der deutschen Lufthansa zugute kämen…

Der langen Rede kurzer Sinn: Bereits vor der ganzen Diskussion um das mittlerweile faktisch abgeschaffte Bankengeheimnis wurde die Schweiz gezielt angegriffen. Ungeachtet der Sonntagsreden der Politiker und der Paneuropa-Rhetorik geht der Konkurrenzkampf zwischen den Ländern, sprich Interessens- und Wirtschaftsräumen, weiter.

Nur in der Schweiz scheint man das zu vergessen… Woran das wohl liegt? Geht es uns trotz Krise zu gut? Leben die Politiker jedwelcher Couleur mittlerweile (auch bei uns) von den wirklichen Problemen isoliert? Ist dies etwa gar eine Spätfolge des 68er Marsches durch die Institutionen? Betrachtet man den Fliegerfeind Bundesrat Moritz Leuenberger, liegt diese Vermutung in der Tat nahe…

Daniel Stanislaus Martel


Neue Stars am Schweizer Himmel

November 7, 2009

Wie jedes Jahr wurden am Jahresanlass der Schweizer Reise- und Tourismusbranche TTW in Montreux in verschiedenen Kategorien Gold-, Silber- und Bronzemedaillen vergeben. Diese “Travel Stars” werden jeweils gestützt auf eine Umfrage bei Reisebüros und -verantstaltern verliehen. Organisiert wird der Anlass von der Fachzeitschrift Travel Inside.

Auf den ersten Blick hat der Anlass mit viel Beiwerk ausserhalb der Mobilitätsanbieter keine grössere Bedeutung.  Die Ergebnisse in der Kategorie Fluggesellschaften sind jedoch durchaus aufschlussreich für die derzeitige Situation in der Schweiz. Die Preise werden anhand eines Punktesystems verliehen, welches bei einer Umfrage ermittelt wird. Im Gegensatz zu anderen Bestenlisten ist hier nicht der vom Passagier erlebte Bordservice ausschlaggebend. Kriterien sind die Erfahrungen der Angestellten der Reisebüros im oft turbulenten und stressigen Alltag.

In der Kategorie “Airlines – Kurz- und Mittelstrecken” erhielt Edelweiss Air Gold, Swiss International Air Lines Silber und Lufthansa Bronze. Bei den Langstrecken wurde Emirates Erste, gefolgt von Singapore Airlines und wiederum Edelweiss Air. Bei den Langstrecken mit Umsteigen (Kategorie “Airlines – Langstrecken (Gateway”) wurden Lufthansa, Qantas und Cathay Pacific ausgezeichnet.

Bei den Verbindungen innerhalb Europas bewies der Schweizer Doppelsieg, dass Professionalität und Engagement nach wie vor geschätzt werden. Allzuoft fiel die “menschliche Seite” Sparmassnahmen zum Opfer. So ging der persönliche Kontakt verloren und man wird an einer Nummer mit nerviger Musik und langer Wartezeit abgespiesen. Die Folge waren frustrierte Lieferanten und Kunden, was Reisebüros für Fluglinien ja sind. Edelweiss Air und Swiss International Air Lines zeigen, dass trotz permanenter Kostenkontrolle Qualitätsarbeit möglich ist. Motiviertes Personal, welches Anliegen zügig und zuvorkommend bearbeitet ist auf jeden Fall auch für ihr Unternehmen ein Plus. Allerdings ist der Punkteabstand zwischen der kleinen und wohl familiären Edelweiss Air und Swiss International Airlines grösser als zwischen letzterer und der drittplatzierten Lufthansa.  Nicht zu Unrecht rühmt man heute noch die “deutsche Wertarbeit”. Dazu gehört auch die lokale Niederlassung. Ueblicherweise beschäftigt sie hiesiges Personal.

Zum ersten Mal seit Jahren wurde bei den Langstrecken Singapore Airlines überholt. Auch die Siegerin ist eine fremdländische “Exotin”. Gerade die Vereinigten Arabsichen Emirate mit ihrer Glitzermetropole Dubai wurden von der Krise hart betroffen. Möglicherweise gab dies den entscheidenden Ansporn, sich jetzt erst recht anzustrengen. Singapore Airlines glänzt nach wie vor durch das besondere, ja stimmungsvolle Ambiente an Bord. Wir haben allerdings verschiedentlich gehört, dass der legendäre Servicelevel in der Touristenklasse in den letzten Jahren von 100 auf 90 Prozent zurückgegangen sei. Vielleicht hat dies auch auf die Arbeit hinter den Kulissen durchgeschlagen? Trotzdem ist der Abstand zwischen Gold und Silber minim.

Punktemässig weiter zurück liegt die drittplatzierte Edelweiss Air. Zudem definiert sie sich als stilvoller Ferienflieger. Da spielt die “Fronterfahrung” auch im “Hinterland” ihre Rolle. Allerdings hinkt der Vergleich, denn die beiden Ausländerinnen sind Linienfluggesellschaften.

Wäre es da nicht logischer gewesen, Swiss International Air Lines hätte die Bronzemedaille erhalten? Die nach wie vor als nationale Fluggesellschaft der Schweiz verstandene Swiss International Air Lines unternimmt gerade auf Langstrecken grosse Anstrengungen, der Konkurrenz davonzufliegen. Das neueste Beispiel ist die Einführung der A330-300. Produktionsmittel wie Maschinen und Anlagen sind für den Erfolg eines Unternehmens wichtig. Entscheidend sind jedoch die Menschen, die sie bedienen und Drittpersonen gegenüber vertreten.

Der “Travel Star” mag weltweit nicht die bedeutendste Auszeichnung in der Luftfahrt sein. Auch die globale Resonanz des TTW dürfte eher gering sein. Der auf der im Alltag erlebten Praxis beruhende Anlass ist jedoch ein zuverlässiger Indikator der professionellen und menschlichen Qualität der Fluglinien dort, wo es nicht sofort ersichtlich wird.

Es ist zu bezweifeln, dass die Krise der letzten zwei Jahre wirklich das neoliberale kurzfristige Profitdenken auf Kosten des Menschlichen, dazu gehören auch Dienstleistungsqualität und Respekt für alle, beendet hat. Gerade deswegen ist es wichtig, dass diese immateriellen Werte hierzulande gefördert werden. Schweizer Fluglinien verschaffen sich so einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil. Dies wiederum stärkt den Standort Schweiz als Ganzes.

Wäre es da nicht für andere Schweizer Firmen Zeit, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder als ihr wertvollstes Kapital und nicht bloss als skalierbaren Kostenfaktor zu betrachten?

Daniel Stanislaus Martel


Unique besiegt den Terrorismus

November 4, 2009

Der hysterische Krieg gegen den Terrorismus hat neben dem Reisen auch die Flughäfen nachhaltig negativ geprägt. Es stimmt, dass es Anschläge in den 70-er und 80-er Jahren gegen die Bodeninfrastruktur gab. Als Folge davon verschwanden viele der weltweit beliebten Besucherterrassen aus Sicherheitserwägungen.

Eine Ausnahme war Zürich-Kloten. Dort wurde PR-Wert dieser Einrichtung erkannt. Ihre günstige Lage, ihr familienfreundlicher Ausbau und professionelles Marketing machten sie zum Besuchermagneten. Ständig verfeinerte Sicherheitskontrollen erlaubten ihren Betrieb trotz verschärfter Auflagen seitens des in Genf beheimateten internationalen Flughafenverbandes Airports Council International (ACI).

Beim Abbruch von Terminal B verschwand auch die bekannte Terrasse. Zahlreiche Stammgäste befürchteten, dass nun auch in Zürich die Tage dieser schönen Einrichtung gezählt waren.

Dem ist aber nicht so. Im Gegensatz zu vielen anderen Flughäfen will Kloten auch in Zukunft für Besucher attraktiv bleiben. So wird es auf dem Dach des neuen Terminal B ab 2001 eine schönere Terrasse geben als zuvor. Inn der Flugfanzeitschrift Jetstream veröffentlichte Computerbilder zeigen eine grosszügig und dezent-gediegene Anlage. Sie gliedert sich in einen verglasten Besucherraum, welcher an eine Hotellobby erinnert.  Von dort gelangt der Interessent sodann via Kasse und Sicherheitskontrolle auf die offene Plattform. Wie früher riecht er den Duft der grossen weiten Welt.

Die Installation spricht Hinbringer und Abholer von Passagieren, Gelegenheitsbesucher und Flugfans, die sogenannten Spotter, gleichermassen an. Fotografieren und Videofilmen sind selbstverständlich uneingeschränkt gestattet.

Der Wegfall entsprechender Möglichkeiten in vielen Ländern, selbst solche mit einer liberalen Gesellschaftsordnung wie Grossbritannien, wird Zürich zu einem der weltweiten Treffpunkte machen. Dies wiederum führt zu zusätzlichen Logiernächten im Raum Zürich und dadurch Umsätzen.

Wichtig neben diesem eigentlichen kleinen und sympathischen Konjunkturprogramm sind noch zwei andere Dinge. Erstens kommen Flugfans mit Gleichgesinnten in Kontakt. Dies ist ein minimer Beitrag zur Völkerverständigung. Ebenso wichtig ist jedoch die psychologische Wirkung. Kloten zeigt, dass es sich von den Terroristen nicht einschüchtern lässt. Dadurch wird es zum vernünftigen Gegner des hysterischen Krieges gegen die feige Gewalt gegen Unschuldige.

Andere Flughäfen kapitulieren und kriminalisieren die Besucher und Flugfans. Kloten wird endlich “Unique”, in dem er dem Terrorismus Rechung trägt, sich aber nicht unterkriegen lässt. Der Terrorismus lässt sich nur dann besiegen, wenn man keine Angst mehr vor ihm hat.

Daniel Stanislaus Martel


Wurden wir betrogen?

November 3, 2009

“Viel Lärm um Nichts?” oder “Was lange währt wird endlich gut.” Zwei Redewendungen, welche im Zusammenhang mit der einseitigen Deutschen Verordnung (DVO) zur Begrenzung der Nordanflüge auf Zürich-Kloten genannt werden können.

Bekanntlich hatte nach von Anfang an unglücklich verlaufenen und im Endeffekt gescheiterten Verhandlungen Deutschland 2001 die einschneidende Verordnung verhängt. Diese limitierte den topografisch und verkehrstechnisch logischen Anflug von Norden her auf den Zürcher Flughafen. In der Folge mussten mit hohem Aufwand neue Routen geschaffen werden. Diese führten über dichtbesiedeltes Gebiet. Die logische Konsequenz war eine starke Lärmbelastung und eine zunehmende Ablehnung des Flughafens.

Offiziell lauteten die Gründe für die DVO im Schutz der süddeutschen Bewohner vor ausländischem Fluglärm. Es wurde jedoch in der Schweiz von Anfang an vermutet, dass es in Wirklichkeit darum ging, den unliebsamen Konkurrenten im Süden zu schädigen.

Fatalerweise hatte der bekenndende Gegner der Luftfahrt, Bundesrat Moritz Leuenberger (http://moritzleuenberger.blueblog.ch/) bei den Verhandlungen das Sagen. Befürworter Klotens unterstellten ihm zwar nicht gerade Sabotage der Unterredungen in Berlin aber trotz allem fehlendes Engagements des “gesellschafts-” und daher flughafenkritischen Alt-68ers.

Hinzu kam das Problem der seit den 90-er Jahren offensichtlichen Führungsschwäche des Bundesrates. Selbst als Lufthansa Swiss übernahm, erzwang der Bundesrat keine Konzessionen.

Nach längerem juristischem Hin- und Her schien das Interesse an der Verteidigung der für die Schweiz überlebenswichtigen Infrastruktur Flughafen endgültig erloschen. Dementsprechend unengagiert verlief auch die Diskussion um den Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) (http://www.bazl.admin.ch/themen/lupo/00293/index.html), insbesondere in Zürich (http://www.vd.zh.ch/internet/vd/de/Themen/Flughafen/Themen/SIL.html).

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel verweigerte im April 2008 erneut jegliche Konzession an die Schweiz während ihres Besuchs. Stattdessen schulmeisterte sie, es werde jetzt einmal objektiv gemessen und zwar nach deutschen Werten.

Nun liegt das überraschende Resultat vor. Hochoffziell bestätigten die Zahlen des Bundesministeriums für Verkehr (http://www.bmv.de/-,302.1105403/Gemeinsame-Laermanalyse-zum-Fl.htm), dass zu keinem Zeitpunkt die Lärmbelastung über Süddeutschland Besorgnis erregend gewesen sei. Im Gegnteil, selbst die Beibehaltung des früheren Nordanflugs ändere daran nichts.

Etwas kleinlaut, so liest es sich zwischen den Zeilen, wird nun in Berlin eingeräumt, die Schweiz werde einen Lösungsvorschlag unterbreiten. Tatsächlich sehen diverse Akteure, darunter BAZL-Direktor Peter Müller (http://www.bazl.admin.ch/aktuell/dokumente/index.html?lang=de), dies als hoffnungsvollen Neuanfang. Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer erwartet Konzessionen (http://www.vd.zh.ch/internet/vd/de/Medien/Medienmittei/medien_2009/281.html). Lediglich der erklärte Flughafengegner Landrat Tilman Bollacher stemmt sich gegen jegliche Neuverhandlung (http://www.umweltruf.de/ticker/news3.php3?nummer=2673).

Natürlich ist es zu früh, auf eine Entspannung der Lage zu hoffen. Auch sei vor Illusionen gewarnt. Zu einer Rückkehr zur langjährigen Situation mit dem Anflug von Norden her dürfte es nicht mehr kommen. Die Schweiz hat aber keinen Grund, sich einmal mehr zu ducken und auf Neuverhandlungen von vornherein zu verzichten.

Im Vergleich zu den übrigen Dossiers, die das Land plagen wie die Angriffe aus Italien oder das Libyen-Debakel, mag der Fluglärmstreit mit Deutschland von geringer Bedeutung sein. Er betrifft jedoch eine wesentliche Infrastruktur, von welcher wir alle profitieren. Deshalb sollten wir auch alle dafür einstehen. Dies wäre auch eine gute Gelegenheit für den Bundesrat und die übrigen Entscheidungsträger, Führungsstärke zu beweisen. Diese wiederum käme dem Land auch in den dringenderen Dossiers zugute. So gesehen ist der Ausspruch von Bundesrat Moritz Leuenberger, “Aufhebung der Flug-Sperrzeiten in Zürich ist Hauptziel” in der NZZ am Sonntag ein Hoffnungszeichen.

Es ist gut möglich, dass zukünftige Historiker einmal feststellen werden, dass das Ganze ein abgekartetes Spiel mit nützlichen Idioten als Figuren war. Vorerst könnte es heissen “Was lange währt wird endlich gut.”

Daniel Stanislaus Martel


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